EU-Regulierung von Kurzzeitvermietungen
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- 17. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Die Europäische Union arbeitet derzeit an umfassenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Wohnraumknappheit – und setzt dabei auch bei der Kurzzeitvermietung von Apartments und Ferienwohnungen an. Im Rahmen des European Affordable Housing Plan kündigte die Kommission an, bis Ende 2026 einen Gesetzesrahmen vorzulegen, der lokalen Behörden mehr rechtliche Werkzeuge geben soll, um kurzfristige Vermietungen über Plattformen wie Airbnb oder Booking.com zu steuern. Dazu könnten unter anderem Kontingente für Mietnächte in Wohnungsmarkt-Stresszonen gehören.

Was ist geplant?
Der Vorschlag der EU-Kommission zielt darauf ab, die Transparenz im Markt zu erhöhen und Kommunen eine klarere rechtliche Grundlage zur Verfügung zu stellen, ohne pauschale Verbote durch Brüssel zu verhängen. Die Gesetzesinitiative soll neben Maßnahmen zur Datenerhebung und -weitergabe auch einen „Werkzeugkasten“ für Behörden umfassen, mit dem sie Maßnahmen gegen mögliche negative Effekte von Kurzzeitvermietungen ergreifen können.
Stellungnahme der EHHA: Warnung vor Überregulierung
Die European Holiday Home Association (EHHA), der europäische Dachverband für Kurzzeitvermieter, hat wiederholt vor überzogenen bzw. nicht evidenzbasierten Regulierungen gewarnt. Insbesondere kritisiert die EHHA stark diskriminierende Maßnahmen wie den Catalan Housing Decree in Spanien, der laut Verband unverhältnismäßig ist und möglicherweise EU-Recht verletzt – weshalb eine offizielle Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht wurde. EHHA.eu
In ihrer Argumentation betont die EHHA:
Kurzzeitvermietungen allein seien kein hinreichender Beweis für Wohnraummangel oder Overtourism.
Ursachen der Wohnungsproblematik seien vielfältig – darunter fehlende Neubauten, Bevölkerungswachstum, Verknappung durch Spekulation, rigide Stadtplanung und unzureichende Investitionen.
Übermäßige Regulierungen gefährden kleine Gastgeber, lokale Wirtschaftszweige und flexible Wohnformen, ohne die eigentlichen Ursachen anzugehen. EHHA.eu
Die Rolle der Daten und differenzierte Regulierung
Ein zentrales Anliegen aller Beteiligten sollte es sein, die politischen Entscheidungen auf solide Daten und faktenbasierte Analysen zu stützen. Bereits jetzt gilt eine EU-Verordnung zur Erhebung und zum Austausch von Daten über Kurzzeitvermietungen, die ab Mai 2026 europaweit gelten soll und wichtige Grundlagen für spätere Schritte schafft.





