Fehlinterpretation des Berliner Rechnungshofes
- info7550358
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In der aktuellen Debatte rund um Ferienwohnungen in Berlin taucht immer wieder eine Zahl auf: 40.000 illegale Ferienwohnungen.

Auf Nachfrage, woher diese Zahl stammt, wird regelmäßig auf die Stellungnahme des Berliner Rechnungshofes verwiesen, die wiederum die Stellungnahme des Deutschen Ferienhausverband heranzieht. Dort findet sich folgende Passage:
„Die Investitionsbank Berlin (IBB) beziffert den gesamten Wohnungsbestand in Berlin […] auf mehr als 1,9 Millionen Wohnungen.Demgegenüber stehen geschätzt ca. 12.000 Ferienwohnungen. […]Hinzu kommen Homesharing-Angebote. Gemäß einer Studie des Empirica-Instituts werden diese für Berlin auf gesamt 26.500 beziffert.“
Wie es zu der Fehlinterpretation kam
Die Formulierung in der Stellungnahme ist missverständlich, denn beim Lesen entsteht leicht der Eindruck, dass 12.000 Ferienwohnungen PLUS 26.500 Homesharing-Angebote existieren – also zusammen rund 38.500 Einheiten, die oft pauschal als „illegale Ferienwohnungen“ gewertet werden.
Genau das ist passiert:
Der Rechnungshof deutete die zwei Zahlen als additive Größen.
Teile der Presse übernahmen dies ungeprüft.
In der Folge geistert nun die Zahl 40.000 illegalen Ferienwohnungen durch die politische Debatte – obwohl sie faktisch falsch ist.
🧩 Was die Zahlen tatsächlich bedeuten
Die 12.000 „Ferienwohnungen“ und die 26.500 „Homesharing-Angebote“ sind keine getrennten Einheiten, sondern unterschiedliche Angebotstypen, die erhebliche Überschneidungen aufweisen.Homesharing (privates Vermieten einzelner Zimmer oder der eigenen Wohnung für kurze Zeit) fällt nicht automatisch unter das Zweckentfremdungsverbot – viele dieser Angebote sind vollkommen legal.
Mit der jüngsten Auswertung anhand von InsideAirbnb-Daten lässt sich das Bild deutlich korrigieren:
14.274 Inserate in Berlin
9.663 ganze Wohnungen
6.007 Kurzzeitinserate
nur 26 Inserate ohne Lizenznummer
Daraus ergibt sich:👉 ca. 5.981 legale Ferienwohnungen in Berlin
Von zehntausenden illegalen Wohnungen kann also keine Rede sein.
🏛️ Warum das wichtig ist
Falsche Zahlen führen zu falschen politischen Entscheidungen. Wenn 40.000 illegale Ferienwohnungen behauptet werden, entsteht ein Bild des massenhaften Rechtsbruchs, das der Realität nicht entspricht – aber dennoch als Grundlage für härtere Regulierungen herangezogen wird.
Die ApartmentAllianz Berlin setzt sich dafür ein, dass in der politischen und öffentlichen Debatte korrekte, belastbare und sauber interpretierte Daten verwendet werden. Nur so kann Wohnraumpolitik fair, effektiv und realitätsnah gestaltet werden.
✔️ Unser Appell
Wir bitten Politik, Verwaltung und Medien, die Zahlen künftig sorgfältiger zu prüfen und nicht weiter mit der fälschlichen Zahl von 40.000 illegalen Ferienwohnungen zu arbeiten.Die Realität sieht anders aus:Der überwiegende Teil der Gastgeber arbeitet legal, registriert und verantwortungsvoll.





